Vordergründig hat Fynn Holpert nur eine Aufgabe: Als Manager der SG Flensburg-Handewitt soll er seinen Verein am Ende der Saison zur Meisterschaft führen. Die Chancen stehen gut. Zum Start der zweiten Saisonhälfte liegt die SG auf dem ersten Tabellenrang – einen Punkt vor Konkurrent Kiel und dem HSV Hamburg. Darüber hinaus könnte der EM-Gewinn der Dänen ihm helfen, die SG im Nachbarland weiter populär zu machen. Arnulf Beckmann sprach mit ihm.
Ganz sicher sind Sie froh, dass für die SG Flensburg-Handewitt die EM Pause erst am Mittwoch der kommenden Woche endet und Ihre dänischen Europameister ohne Restalkohol antreten können.
Holpert: Zunächst eigentlich nicht, da wir ursprünglich vorhatten, das nun verlegte Heimspiel gegen den VfL Gummersbach in Kopenhagen auszutragen. Das wäre in Sachen Öffentlichkeit nicht nur für die SG, sondern so kurz nach dem EM-Gewinn auch für den dänischen Handball ein Verstärker gewesen. Aber das ist ja leider nicht zustande gekommen. So haben wir nun eine etwas längere Pause, die wir nutzen, um die Dinge wieder zu normalisieren und um uns auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren.
Keine Sorge, dass die Europameister ein wenig Konzentration gelassen haben?
Holpert: Das sind alles sehr vernünftige Spieler, die wissen, was wichtig ist.
Ihr Sportdirektor Anders Dahl-Nielsen ist Däne. Haben Sie mit ihm zusammen das Halbfinale gesehen?
Holpert: Ich habe das Halbfinale und das Finale live in Norwegen miterlebt. Dafür war Anders zuvor bei der Hauptrunde. Wir haben uns aufgeteilt, hatten aber bereits nach dem Finale telefonisch Kontakt. Er war natürlich total begeistert. Aber auch aus SG-Sicht ist das super.
Wann erwarten Sie Ihre Europameister denn zurück?
Holpert: Die waren gestern Abend schon wieder im Training.
Werden die erfolgreichen Dänen noch geehrt?
Holpert: Da wird es natürlich einiges geben. Die Stadt Flensburg wird einen internen Empfang in unserer „Club-100-Lounge“ mit Vertretern des Vereins und der Sponsoren ausrichten. Aber auch wir von der SG werden unsere Medaillengewinner – dazu gehört auch unser kroatischer Spieler Blazenko Lackovic – vor dem Champions-League-Spiel gegen HSV Hamburg ehren.
Die SG ist Tabellenführer und kämpft um die deutsche Meisterschaft. Befürchten Sie keinen Leistungseinbruch Ihrer Stars nach der kräfteraubenden EM?
Holpert: Das erwarte ich nicht. Zumindest unsere Dänen kommen voller Euphorie und Tatendrang zu uns zurück. Außerdem stellt sich ein solches Problem jedem Spitzenklub, der viele Spieler für die Auswahl abstellen musste. Ich gehe davon aus, dass unsere EM-Fahrer rasch den Schalter umlegen und in den Liga-Rhythmus zurückfinden werden.
Europameister Lars Christiansen ist bereits 35 Jahre alt. Hat er sich schon einmal über seine Zukunft geäußert. Die olympischen Spiele in Peking könnten ein toller Schlusspunkt seiner Karriere sein.
Holpert: Wie er international plant, weiß ich nicht. Er wird sicher an den Spielen 2008 teilnehmen und ich denke, dass er im Falle eines Medaillengewinns seine Nationalmannschaftskarriere beendet. In Flensburg hat er soeben einen Vertrag bis zum Sommer 2010 unterschrieben.
Christiansen ist bereits seit zwölf Jahren Flensburger…
Holpert: …und damit unser dienstältester Spieler. Er ist ein Stück weit Identifikationsfigur geworden. Lars ist unser Bindeglied zu Dänemark. Die SG ist nun mal an der dänischen Grenze beheimatet. Und genau dort sehen wir auch das Potenzial, um künftig mit den Spitzenvereinen der Liga mithalten zu können. Es ist geplant, Lars nach seiner aktiven Zeit in die Arbeit für die SG Flensburg-Handewitt einzubinden. Es wird einen fließenden Übergang geben.