HSG Nordhorn : EHF-Cup Viertelfinale: Spiele gegen Portovik Yuzhny sollen lediglich Durchgangsstation sein

_POSTEDBY Jörg Holländer (jhollaender) on Tuesday, 11. March 2008
HSG Nordhorn

Jan Filip hatte eine Ahnung. Wie um böse Geister zu vertreiben, antwortete er noch Stunden vor der Auslosung zum Viertelfinale des EHF-Cup auf die Frage nach dem Wunschgegner: „Alles, bloß nicht Yuzhny.“ Nachdem Fortuna den Nordhornern im Achtelfinale mit der Zulosung des russischen Vertreters SKIF Krasnodar die kalte Schulter zeigte und dem Mannschaftstross um Weltmeister Holger Glandorf eine aufwändige und strapaziöse ans Schwarze Meer aufbürdete, wünschte sich der HSG-Kapitän nichts sehnlicher, als dass ihm diesmal eine solche Tour de Force erspart bliebe. Frankreich, Dänemark oder Spanien – das wäre sicher in Ordnung gewesen. Aber bitte nicht in die Ukraine.

Heute ist längst bekannt, dass Honzas Flehen bei der Glücksgöttin auf stocktaube Ohren stieß und die Auslosung im Wiener Haus der Europäischen Handball-Föderation den ukrainischen Vertreter als Gegner für das Viertelfinale bereithielt. Die Reaktionen in Nordhorn fielen entsprechend wenig euphorisch aus. „Sportlich“, sagte Trainer Ola Lindgren in einer ersten Reaktion, „müsste das zu schaffen sein, doch es ist natürlich wieder eine anstrengende und teure Reise.“ Auch Manager Bernd Rigterink haderte mit der Auslosung und wie Lindgren über Kosten und Strapazen des Europacup-Trips nach. Und dann pokerte er. Ganz offen brachte er das Thema „Heinrechtkauf“ in die Diskussion, allerdings ohne ein offenes Angebot zu machen. Vielmehr blieb er dezent defensiv. „Wenn die Ukrainer mit dem Anliegen auf uns zukommen, ihnen das Heimrecht abzukaufen, werden wir darüber nachdenken.“

Da sprach ganz offensichtlich das kaufmännische Geschick des Nordhorner Großspediteurs. Und Rigterink hatte Erfolg. Rund eine Woche nach der Auslosung stand der Deal. Wie schon im Drittrundenspiel gegen Roter Stern Belgrad absolvieren die Nordhorner ihr Auswärtsspiel im Bielefelder Vorort Jöllenbeck. Dort werden dann die Handballer aus der Ukraine Gastgeber sein. Die Vorteile liegen deutlich auf der Hand: Den Horrortrip erspart, die sportlichen Aussichten verbessert und ganz sicher auch die Kosten im Rahmen gehalten. Und nach den positiven Erfahrungen aus der dritten Runde war die Entscheidung rasch für Jöllenbeck gefallen. „Das Gastspiel gegen Belgrad hat uns sehr gefallen. Wir sind sehr gut in Jöllenbeck aufgenommen worden.“

So könnte die HSG bereits am Freitagabend entsprechend vorlegen, damit der Weg ins Halbfinale geebnet ist. Und das soll unbedingt erreicht werden. Denn rund um das Euregium fiebern Fans, Verantwortliche und Spieler endlich dem ersten Titelgewinn in der noch jungen Vereinsgeschichte entgegen. Gleich zwei Eisen hat die HSG diesbezüglich noch im Feuer. Während in der Liga nach zwei unglücklichen Niederlagen in Lübbecke und Göppingen die ganz vage Hoffnung, im Kampf um den Meistertitel ein Wörtchen mitzusprechen, rasch wieder erlosch, rechnen sich Ola Lindgren und seine Jungs sowohl im EHF-Cup als auch im nationalen Pokalwettbewerb durchaus realistische Chancen aus, ganz vorne dabei zu sein. Und unter Umständen reicht in der Liga der vierte Tabellenplatz, um sich für die Champions League zu qualifizieren. Nämlich genau dann, wenn ein deutscher Vertreter in der europäischen Königsklasse gewinnt.

EHF-Cup
Auslosung Viertelfinale

Fr., 14.03.08, 19:30 Uhr: Portovik Yuzhny – HSG Nordhorn
So., 16.03.08, 17:00 Uhr: HSG Nordhorn – Portovik Yuzhny

Dunkerque HB - FC Kopenhagen Håndbold
Chambery Savoie HB - CAI BM Aragon
HC Metalurg-Skopje - RK Cimos Koper