Heimniederlage für den TV Grosswallstadt. Die Mannschaft um Trainer Michael Roth unterlag am Samstagnachmittag dem Meisterschaftsanwärter SG Flensburg-Handewitt vor 4.500 Zuschauern in der Aschaffenburger f.a.n. frankenstolz arena mit 27:33.
Wie auch schon beim letzten Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen zeigte der TVG, der auf die verletzten Jens Tiedtke und Hannes Volk verzichten musste, eine überzeugende erste Halbzeit. Mit einer aufmerksamen und beweglichen 3:2:1-Abwehr, einem starken Torhüter Chrischa Hannawald und variablem Angriffsspiel bot das Team um Kapitän Uli Wolf dem hohen Favoriten Paroli. Immer wieder war man über die Außen Andreas Kunz und Michael Spatz sowie den flinken Mittelmann Ondrej Zdrahala erfolgreich und war bis zur 20. Minute tonangebend. Flensburg wurde jedoch immer stärker und riss das Spiel immer mehr an sich, auch weil der TVG in dieser Phase häufig in Unterzahl agieren musste. Bis zur Pause gelang es den Gästen eine 2-Tore-Führung (13:15) herauszuwerfen.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich recht schnell, wer die Halle als Sieger verlassen würde. Flensburg agierte absolut dominant, ließ mit der stabilen 6:0-Abwehr kaum gute Wurfmöglichkeiten zu und überrollte den TVG zwischen der 37. und 44. Minute förmlich mit seinem cleveren Gegenstoß-Spiel. Nach 15:19 stand es plötzlich 15:26, und das Spiel war entschieden. Grosswallstadt ließ sich jedoch in der Folge nicht hängen und wollte seinem Publikum noch etwas zeigen. Das gelang auch, vor allem Linksaußen Andreas Kunz zeigte sich an diesem Nachmittag äußerst treffsicher und erzielte insgesamt 9 Tore aus nur 11 Versuchen. Das änderte allerdings nichts am ungefährdeten Flensburger Erfolg, die durch das 33:27 vorübergehend die Tabellenführung vom THW Kiel übernehmen.
Erfolgreichste Werfer auf Seiten der Gäste waren Anders Eggert (8/3), Michael Knudsen (6) und Blazenko Lackovic (5). Beim TV Grosswallstadt waren neben Andreas Kunz Michael Spatz (5) und Ondrej Zdrahala (4) am häufigsten erfolgreich.
Stimmen zum Spiel:
Kent-Harry Andersson (Trainer SG Flensburg-Handewitt): „Endlich! Wir hatten vor 4 Jahren das letzte Mal hier gewonnen. Es ist immer schwer hier zu spielen. Ich weiß manchmal gar nicht, wieso, aber es ist so. Die erste Halbzeit war ganz ok, aber wir haben leider nicht so gut in der Abwehr gestanden. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann in der Abwehr gesteigert. Wir hatten eine sehr gute Phase, in der wir dann praktisch nur Gegenstöße gelaufen sind und sieben Tore nacheinander geworfen haben. Dadurch war das Spiel dann entschieden.“
Michael Roth (Trainer TV Grosswallstadt): “Glückwunsch an Flensburg. Das Spiel war ein Spiegelbild zum letzten Heimspiel gegen Kronau/Östringen. Die erste Halbzeit war sehr ordentlich, wir waren dicht dran an den Flensburgern. In der Pause haben wir uns extrem motiviert und wollten konzentriert aus der Kabine kommen. Aber dann haben wir wieder ausgesehen wie die Maus vor der Schlange. Wir hatten keine Durchschlagskraft mehr und haben einige gute Wurfpositionen nicht genutzt, so dass wir viele schnelle Gegenstöße kassiert haben. Danach war das Spiel vorbei. Kein Vorwurf an meine Mannschaft, dass sie nicht gekämpft hat. Aber die Ausfälle von Tiedtke, Volk und auch Hribar, der angeschlagen war und nur zeitweise aushelfen konnte, waren gegen diesen Gegner nicht zu kompensieren. Wir müssen nun wieder die positiven Dinge rausholen und wollen natürlich versuchen am nächsten Samstag in Wilhelmshaven die Wende zum Guten zu schaffen.“
Drei Spiele stehen für den TVG bis zum Saisonende noch auf dem Programm. Bevor es zum letzten Heimspiel gegen den VfL Gummersbach (14.5.) und dem Saisonabschluss bei HBW Balingen/Weilstetten (17.5.) kommt, tritt der TVG am kommenden Samstag (3.5.) beim Tabellenletzten Wilhelmshavener HV. Anwurf in der Nordfrost-Arena wird um 15:00 Uhr sein.