HSG Düsseldorf : Tolle Kulisse zum Saisonabschluss / Nächste Saison soll Bundesliga-Rückkehr realisiert werden

_POSTEDBY Jörg Holländer (jhollaender) on Monday, 02. June 2008
HSG Düsseldorf

Die Entscheidung in der 2. Relegationsrunde war längst gefallen, als alle Fans der HSG Düsseldorf in der 53. Minute beim Spielstand von 23:25 aufstanden und ihr Team trotz des verpassten Aufstiegs feierten. Den Saisonabschluss gegen TUSEM Essen erlebten 3.205 Zuschauer im restlos ausverkauften Burg-Wächter Castello. Das Endergebnis von 29:28 (15:13) für die rot-weißen aus Essen war am Ende nur zweitrangig. Für Düsseldorf war erneut Rechtsaußen Frank Berblinger mit neun Treffern, davon sieben per Siebenmeter, erfolgreichster Torschütze. TUSEM hatte in Evars Klesniks (8 Tore) und Aljoscha Schmidt (7/2 Tore) seine beste Schützen.

Erstmals blieben die Kassenhäuschen am Burg-Wächter Castello der Blau-Gelben vor einem Heimspiel geschlossen: Dies bedeutete eine mit 3.205 Zuschauer restlos ausverkaufte Halle. Schon vor dem Anpfiff des Mainzer Schiedsrichtergespanns Matthias Dang und Torsten Zacharias, die an diesem Sonntagnachmittag ihr letztes Spiel auf DHB-Ebene leiteten und nach den 60 Minute zwischen Düsseldorf und Essen ihre aktive Karriere beendeten, herrschte tolle Atmosphäre in der schmucken Heimspielstätte der HSG.

Georgi Sviridenko vertraute bis auf eine Ausnahme der Mannschaft, die in Essen noch vier Tage zuvor in Essen eine bittere 20:31-Niederlage hinnehmen musste. Im Tor begann Almantas Savonis für Matthias Puhle. Beide Teams begannen nervös. Etwas Hoffnung auf ein Wunder keimte in der 3. Minute beim Spielstand von 0:0 auf. Mark Schmetz, der zur neuen Saison zum TBV Lemgo wechselt, scheitert per Siebenmeter an „Teufelskerl“ Almantas Savonis.

Doch die Blau-Gelben aus der Landeshauptstadt taten sich wie im Hinspiel schon gegen die stabile Essener Deckung schwer. So konnte sich David Katzirz zur Freude der rund 400 mitgereisten Fans aus der Kulturhauptstadt Europas 2010 in der 4. und 5. Minute in die Torschützenliste eintragen – der ehemalige Europapokalsieger führte mit 2:0.

Einzig Valdas Novickis konnte sich in der Anfangsphase glänzend in Szene setzen und Essens Keeper Gerrie Eijlers überwinden – drei der ersten vier Treffer erzielte der litauische Nationalspieler für die Gastgeber. Der 22-jährige verkürzte für den Zweitligisten in der 13. Minute auf 4:5.

Vier Minuten später traf Sergio Ruiz Casanova Düsseldorfs Philipp Pöter absichtlich im Gesicht – das Schiedsrichtergespann Dang/Zacharias zögerten keine Sekunde und stellten den Spanier mit der Roten Karte vom Platz. Robert Runge und Frank Berblinger per Siebenmeter gelangen bis zur 20. Minute der Ausgleich, doch mehr sprang für die engagierten Düsseldorfer nicht raus – Essen setzte sich bis fünf Minuten vor der Halbzeit wieder auf 12:9 ab. Doch die HSG kam durch Patrick Fölser, Maik Makowka und Robert Runge erneut zum Ausgleich – 12:12 (28. Minute).

Doch erneut gelang dem Klub von der Margarethenhöhe ein Doppelschlag: Schmidt per Siebenmeter und Klesniks sorgten für die 14:12-Führung für die Gäste. Mit 15:13 ging es dann für beide Mannschaften dann in die Halbzeitpause.

Auch im zweiten Durchgang setzten sich die Gäste wieder auf drei Treffer ab – Andrej Siniak erzielte in der 37. Minute mit seinem dritten Treffer das 19:16 für den Traditionsverein. Auch wenn längst dem Letzten in der Halle klar gewesen ist, dass das Wunder und der damit verbundene Aufstieg nicht mehr zu realisieren ist, peitschten die Zuschauer das Team um Kapitän Jens Sieberger weiter nach vorne.

In der 47. Minute konnte Marcel Wernicke, der bereits seine 3. Relegation in Folge spielte, das 22:22 erzielen. Doch auch Essen wollte die Partie unbedingt gewinnen, zog erneut durch Treffer von Aljoscha Schmidt per Siebenmeter und Mark Schmetz auf 24:22 davon.

Noch einmal gelang den Blau-Gelben, die kämpferisch eine tolle Leistung boten und sich nie aufgaben, durch zwei von Frank Berblinger verwandelte Siebenmeter der 26:26-Ausgleich. Am Ende gewann TUSEM Essen verdient mit 29:28.

Während das Team um Mark Dragunski, der ins Management der Essener wechseln wird, den Klassenerhalt feierte, feierten die Düsseldorfer mit ihren Fans einen gelungenen Saisonabschluss mit einer fantastischen und vor allem begeisterungsfähigen Kulisse im Burg-Wächter Castello. In der neuen Saison wollen die Düsseldorfer dann die Rückkehr in die Handball-Bundesliga realisieren.

Statistik:
HSG Düsseldorf:

Almantas Savonis (1. bis 22. Minute und 30. bis 60. Minute, 8/1 Paraden), Matthias Puhle (22. bis 30. Minute, 2 Paraden)
Florian von Gruchalla, Robert Heinrichs, Frank Berblinger (9/7), Robert Runge (2), Maik Makowka (1), Jens Sieberger (2), Max Ramota, Patrick Fölser (4), Valdas Novickis (4), Markus Neukirchen (n.e.), Marcel Wernicke (1), Philipp Pöter (4), Frantisek Sulc

TUSEM Essen:
Gerrie Eijlers (1. bis 60. Minute, 17/1 Paraden), Torsten Friedrich (bei einem Siebenmeter, 0 Paraden)
Mark Dragunski, Martin Wozniak, Mark Schmetz (2), Evars Klesniks (8), Ben Schütte, Sergio Ruiz Casanova, David Katzirz (5), Alexander Schult (1), Vaclav Vrany (1), Andrej Siniak (4), Aljoscha Schmidt (7/2) ,Gunnar Dietrich (1)

Schiedsrichter: Matthias Dang und Thorsten Zacharias, beide aus Mainz

Zeitstrafen:
HSG: 6 (5. Wernicke, 14. Wernicke, 51. Berblinger)
TUSEM: 16 (5. Katzirz, 5. Klesniks, 12. Casanova, 20. Katzirz, 42. Schmetz, 53. Dragunski, 55. Katzirz, 59. Siniak)

Rote Karten:
HSG: ./.
TUSEM: 17. Casanova (nach Schlag ins Gesicht von Philipp Pöter), 55. Katzirz (3. Zeitstrafe)

Siebenmeter:
HSG: 8/7 (38. Berblinger scheitert an Eijlers)
TUSEM: 3/2 (3. Savonis hält gegen Schmetz)

Auszeiten:
HSG: 53:42 Minute
TUSEM: 22:27 Minute und 57:14 Minute

Spielfilm:
0:2 (5.), 2:5 (9.), 6:7 (17.), 8:8 (20.), 9:12 (25.), 13:15 (Halbzeit)
16:19 (37.), 18:20 (40.), 20:22 (45.), 23:25 (51.), 26:26 (55.), 28:29 (Endstand)

Zuschauer: 3.205 (ausverkauft)

Stimmen:
Georgi Sviridenko:
Die Mannschaft aus Essen war eine Nummer zu groß für uns, das hat man in beiden Spielen gesehen. Körperlich und von der Spielanlage war uns Essen überlegen. Wir waren von Anfang an nicht aggressiv genug. Wenn man die Zweiminutenstrafen sieht, merkt man schnell, dass Essen alles gegeben hat. Wir haben da nicht mitgezogen, deshalb hat es nicht gereicht für einen Sieg. Ich habe mich gefreut, dass so viele Zuschauer da waren und eine tolle Stimmung gemacht haben. Hoffen wir, dass der nächste Saison so bestehen bleibt.

Kristof Szargiej: Ich bin glücklich, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Wir haben beide Spiele souverän gespielt. Heute war es nicht einfach, die elf Tore zu verteidigen. Aber im Ganzen bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Sie haben sich professionell verhalten. Jetzt müssen wir sehen, wie unsere Zukunft aussieht. Neue Spieler kommen nicht so einfach, aber ich hoffe, es sieht gut aus.

Frank Flatten: Für uns ist die Erkenntnis wichtig, dass man Handball in Düsseldorf auch feiern kann, wenn man verliert. Wir haben letzte Saison etwas vollmundig geäußert, dass wir gleich wieder aufsteigen wollen. Wir haben dann einen Zweijahresplan draus gemacht und hoffen jetzt, dass wir Planungssicherheit kriegen für die neue Spielzeit. Ich fand die Stimmung heute toll, es war ein netter Handballabend. Damit ist die Saison für uns zu Ende gegangen. Mit den Zuschauerzahlen mussten wir in dieser Saison starke Einschnitte hinnehmen, die Zuschauer müssen wir uns zurückerarbeiten. Wir mussten zwei Spieler abgeben im Laufe der Saison, das hat seine Gründe. Wir sind trotzdem ganz viele Schritte gegangen. Die letzten Schritte tun jetzt aber weh, dazu brauchen wir die Düsseldorfer Wirtschaft. Natürlich brauchen wir noch zwei Rückraumspieler, wenn wir weiter nach oben gucken wollen.

Horst-Gerhard Edelmeier: Ich hatte Frank Flatten von meiner Amerikareise eine Mail geschrieben und einige Dinge klargestellt. Bei Relegationsspielen sind natürlich immer Emotionen drin. Wir wollen im nächsten Jahr einfach früher schon wissen, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Ich möchte mich bedanken für die gute Betreuung, es war eine Wonne für uns hier zu spielen.