In den Planungen für die kommende Spielzeit konnte der TUSEM eine der großen Baustellen, die durch das Karriereende von Mark Dragunski entstanden ist, schließen. Vom TBV Lemgo kommt Jörg Lützelberger ins Ruhrgebiet. Der fast 23-jährige, der beim Aufbau eines neuen Teams ein wichtiger Baustein für die Zukunft sein soll, unterzeichnete gemeinsam mit TUSEM-HSB Geschäftsführer Horst-Gerhard Edelmeier einen Zweijahresvertrag und wird künftig mit Vaclav Vrany ein Gespann am Kreis bilden.
Lützelberger ist 1985 im thüringischen Suhl geboren, wo er im Alter von sechs Jahren das Handball spielen begann. Neben dem Training beim damaligen Bundesligisten HSV Suhl, wo er ursprünglich Torwart werden wollte, betrieb Lützelberger alpinen Wintersport und besuchte eine Musikschule. Nach dem Abitur wechselte das Kreisläufertalent zum TV Großwallstadt, wo er ein Jahr später auch mit einem Zweitspielrecht für die TuSpo Obernburg ausgestattet wurde und unter Dr. Frantisek Fabian, der auch schon Weltmeister Dominik Klein ausbildete, dank der hohen Einsatzzeiten einen enormen Sprung nach vorne machte.
Aus dieser Zeit kennt der Kreisläufer auch bereits den Druck im Abstiegskampf, wo es um jeden Punkt geht. Im zweiten Jahr avancierte er mit 185 Toren zu einem der wichtigsten Spieler der TuSpo Obernburg, die in dieser Spielzeit keine Probleme mit dem Klassenerhalt hatte und einen Mittelfeldplatz erreichte. Schon früh wurde der VfL Gummersbach auf den Juniorennationalspieler aufmerksam, zu dem er 2006 wechselte und auch in der Champions League die ersten internationalen Erfahrungen sammelte und sich an der Seite des Isländers Robert Gunnarsson weiterentwickelte.
Mit Start seines Engagements in Gummersbach begann Lützelberger auch sein Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Ein Jahr später folgte ein Angebot des TBV Lemgo, wo er einen Zweijahresvertrag unterschrieb und die Nachfolge von Christian Schwarzer antrat und im Gespann mit Weltmeister Sebastian Preiß agierte. Zur neuen Saison verpflichte der TBV zudem den Isländer Vignir Svavarsson. „Die Chancen auf Spielanteile in der kommenden Saison waren sehr gering. Daher kam das Angebot vom TUSEM sehr gelegen“, so Jörg Lützelberger.
Der Kreisläufer musste mehrmals wöchentlich von der Domstadt ins Lipperland pendeln, um den Spagat zwischen Studium und Leistungssport zu absolvieren. „Die Entfernung zu meiner Freundin und meinem Studienort sind auch eine tolle Sache“, so der Kreisläufer. In Lemgo wurde der Thüringer vor allem in der Defensive zu einem wichtigen Bestandteil für die Mannschaft, die den erneuten Einzug in den EHF-Pokal schaffte. „Ich freue mich im Team Verantwortung zu übernehmen, in Abwehr und Angriff viel zu spielen“, so Lützelberger über seine Erwartungen in der kommenden Spielzeit.
Im kommenden Jahr stehen für den Kreisläufer beim Studium auch die Vordiplomprüfungen an, so dass die Belastungen durch die Entfernung zwischen Köln und Lemgo weiter zugenommen hätten. So entschied sich Lützelberger trotz eines noch laufenden Vertrages das Angebot des TUSEM anzunehmen und den TBV Lemgo nach nur einer Spielzeit wieder zu verlassen. „Jörg war unser absoluter Wunschspieler und wir sind damit in unseren Planungen für die kommende Spielzeit einen großen Schritt vorangekommen. Wir bedanken uns beim TBV für die unkomplizierte Abwicklung des Transfers“, so der sportliche Leiter Stephan Krebietke.
„Er ist ein guter Abwehrspieler und vor allem sehr ehrgeizig. Er passt somit optimal in unser Mannschaftskonzept, dass auf junge und hungrige Spieler setzt“, so Trainer Kristof Szargiej, der früher selbst Kreisläufer und Abwehrchef beim Traditionsverein war und schon länger die Entwicklung von Lützelberger beobachtet hatte.
Informationen zum Spieler:
Name: Jörg Lützelberger
Geburtstag: 20.6.1985
Größe: 185 cm
Position: Kreis
Bisherige Vereine: HSV Suhl, HC 99 Suhl, TV Großwallstadt, TuSpo Obernburg, VfL Gummersbach, TBV Lemgo
Erfolge: Jugend- und Juniorennationalspieler