Die Handballer der HSG Düsseldorf haben durch einen verdienten 29:28 (14:13)-Erfolg beim Ligakonkurrenten HSC 2000 Coburg die 2. Runde des DHB-Pokal erreicht. Den Pokalkrimi verfolgten nur 350 Zuschauer in der Dreifachsporthalle Anger in Coburg. Rechtsaußen Frank Berblinger war bei den Blau-Gelben mit zehn Treffern, davon fünf per Siebenmeter, erfolgreichster Torschütze.
Um Punkt 16 Uhr begann für den HSC 2000 Coburg und die HSG Düsseldorf die Saison 2008/2009 mit dem Erstrundenspiel im DHB-Pokal. Coburgs Coach Hrovje Horvat musste im ersten Pflichtspiel der neuen Spielzeit auf Anton Lakiza (Muskelfaserriss in der Schulter), Michael Werner (Muskelfaserriss) und Neuzugang Christian Rose (Knie-Operation) verzichten. Georgi Sviridenko reiste ohne die verletzten Almantas Savonis (Ellenbogen-Operation) und Frantisek Sulc (Adduktorenansatzreizung) an.
Georgi Sviridenko vertraute zu Beginn der Partie im Rückraum auf Philipp Pöter (Links), Valdas Novickis (Mitte) und Neuzugang Andrej Kurchev (Rechts), auf Außen begannen Frank Berblinger und Marcel Wernicke, am Kreis Kapitän Patrick Fölser. Im Tor stand Matthias Puhle.
Hektik und Nervosität prägten die Anfangsphase – erst nach drei Minuten konnte HSG-Neuzugang Andrej Kurchev sein neues Team mit 1:0 in Führung bringen. Coburgs Kapitän Florian Lendner warf die Gelb-Schwarzen in der 11. Minute mit seinem Treffer zum 6:5 erstmals in Front. Die Fans des HSC feierten diesen Treffer lautstark. Doch zwei Treffer von Frank Berblinger sowie ein weiterer von Patrick Fölser sorgten für die erste Zwei-Tore-Führung im Spiel. Die Gäste aus dem Rheinland führten nach einer Viertelstunde mit 9:7. Diesen Vorsprung konnte das Team von Coach Georgi Sviridenko bis kurz vor dem Halbzeitpfiff halten, doch Neuzugang Philipp Schulz ließ Matthias Puhle im Tor der Düsseldorfer keine Chance und erzielte den Treffer zum 13:14-Pausenstand.
In der zweiten Halbzeit dominierten die Düsseldorfer die Partie dann über weite Strecken: Über 16:14 (33. Minute) setzte sich die Sviridenko-Truppe bis zur 36. Minute auf 19:16 ab – Linksaußen Marcel Wernicke erzielte die erste Drei-Tore-Führung für die Düsseldorfer. Doch der HSC Coburg kämpfte sich zurück und erzielte innerhalb von nur zwei Minuten den 19:19-Ausgleich durch die Treffer von Matthias Werner per Siebenmeter sowie Ronny Göhl und Florian Lendner.
HSG-Coach Georgi Sviridenko reagierte sofort und nahm eine Auszeit, die HSG zog danach erneut durch zwei verwandelte Siebenmeter von Frank Berblinger sowie Treffer von Patrick Fölser und Robert Heinrichs davon: 23:19 nach 44. Minute zeigte die Anzeigentafel an.
Doch in der Schlussphase entwickelte sich ein packender, dramatischer Pokalfight. Eine 27:26-Führung (55. Minute) der Düsseldorfer konnte Coburgs Matthias Briem durch einen Doppelschlag in der 57. und 58. Minute zu einer 28:27-Führung für sein Team umwandeln. Doch Robert Heinrichs sorgte eine Minute vor dem Ende der Partie für den 28:28-Ausgleich. Achtzehn Sekunden vor dem Ende der Partie brachte Neuzugang Andrej Kurchev sein Team wieder mit 29:28 in Front – Coburg nahm eine Auszeit und hatte in der letzten Sekunde noch die Chance zum Ausgleich: Doch Matthias Briem scheiterte mit seinem Freiwurf an der Düsseldorfer Mauer, Andrej Kogut wehrte den harten Ball mit seinem Körper ab.
Statistik:
HSC 2000 Coburg:
René Selke (35. bis 60. Minute, 7 Paraden), Havard Martinsen (1. bis 35. Minute, 4 Paraden)
Matthias Briem (2), Matthias Werner (9/7), Ronny Göhl (3), Christian Pack, Stefan Fladt, Philipp Schulz (4), Vladimir Suma (1), Florian Lendner (5), Stefan Schuhmann, Kamil Piskac (4), Christoph Schuhmann
HSG Düsseldorf:
Matthias Puhle (1. bis 60. Minute, 7/1 Paraden), Matthias Piecuch (n.e.)
Robert Heinrichs (3), Frank Berblinger (10/5), Philipp Pöter (1), Max Ramota (1), Patrick Fölser (4), Valdas Novickis (4), Andrej Kurchev (5), Andrej Kogut, Marcel Wernicke (1), André Niese (n.e.), Florian von Gruchalla (n.e.)
Schiedsrichter: Christopher Biaesch, Bad Soden und Frank Sattler, Oberursel
Zeitstrafen:
HSC: 4 (15. Piskac, 41. Sunma)
HSG: 12 (17. Pöter, 20. Kurchev, 35. Kurchev, 42. Wernicke, 45. Berblinger, 48. Ramota)
Siebenmeter:
HSC: 8/7 (43. Puhle hält gegen Werner)
HSG: 5/5
Auszeiten:
HSC: 29:43 Minute und 59:43 Minute
HSG: 29:15 Minute und 37:58 Minute
Spielfilm:
0:1 (3.), 3:3 (8.), 6:5 (11.), 7:9 (15.), 8:10 (20.), 10:12 (24.), 12:13 (27.), 13:14 (Halbzeit)
15:16 (33.), 16:19 (36.), 19:19 (38.), 19:21 (41.), 19:23 (44.), 21:23 (46.), 22:23 (49.), 23:25 (51.), 26:27 (55.), 27:27 (57.), 28:27 (58.), 28:28 (59.), 28:29 (Endstand)
Zuschauer: 350
Stimmen:
Georgi Sviridenko: Für mich war es heute ein typisches Pokalspiel, es war bis zum Schluss spannend. Beide Mannschaften haben vorsichtig und nervös agiert. Wir haben uns heute nicht an die vorher getroffenen Absprachen gehalten. Zudem war unsere Deckung nicht aggressiv genug. Wir hätten die Partie schon früher entscheiden müssen, haben das Spiel nach einer Vier-Tore-Führung noch einmal unnötig spannend gemacht. Dennoch bin ich sehr froh, dass wir eine Runde weitergekommen sind und das Spiel in Coburg zu unseren Gunsten entscheiden konnten.
Frank Flatten: Ich bin sehr froh, dass wir heute in Coburg gewonnen haben und die nächste Runde im Pokal erreicht haben. Ein Dankeschön an Air Berlin. Dank der unbürokratischen Hilfe unseres Partners war die Mannschaft im Spiel ausgeruht und frisch, wir konnten ihr die Anreise im Bus ersparen. In der nächsten Runde wünsche ich mir ein Heimspiel gegen einen Bundesligisten.