30:27 (13:13)-Erfolg nach spannendem Spiel
Der HSV Handball gewinnt sein erstes Spiel in der TOYOTA HBL-Saison 2008/2009 mit 30:27 (13:13) gegen die HSG Wetzlar. In der mit 7.408 Zuschauern besetzten Color Line Arena starteten die Hamburger gut in die neue Spielzeit, mussten zur Pause jedoch den 13:13-Ausgleich der Gäste hinnehmen. In der zweiten Halbzeit zeigten die Schützlinge von HSV-Trainer Martin Schwalb eine konzentrierte Leistung und bauten ihre Führung zwischenzeitlich auf sieben Treffer aus. Erfolgreichster Schütze der Partie war Hans Lindberg mit acht Toren, dabei fünf aus Siebenmetern. Am Ende feierte der HSV Handball einen verdienten Sieg sowie die ersten beiden Saisonpunkte
Umkämpfte erste Halbzeit endet Unentschieden
„Mister Macho Y Los Muchos Macho Muchachos“ heizten den HSV-Fans vor dem Anpfiff mit dem neuen HSV-Song „Unser HSV“ mächtig ein. Auf dem Feld ging es gleich genauso schwungvoll weiter. Krzysztof Lijewski erzielte in der zweiten Minute das erste Saisontor des HSV in der Color Line Arena. Zwar begannen die Hamburger druckvoll und besonders Johannes Bitter zeichnete in der ersten Hälfte sich mit zehn Paraden aus, doch Wetzlar hielt dagegen. Zudem ließen die Hamburger einige gute Tormöglichkeiten ungenutzt. Als es nach 18 Minuten 8:8 stand, nahm HSV-Coach Martin Schwalb eine Auszeit und wechselte auf fast allen Positionen durch. Durch Tore von Arne Niemeyer und Stefan Schröder (20. und 21. Minute) zog der HSV auf 10:8 davon. Wetzlar jedoch konterte und ging in der 27. Minute erstmals in Führung (11:12). Nach einer umkämpften ersten Halbzeit ging es mit 13:13 in die Pause. Außer dem angeschlagenen Marcin Lijewski wurden alle HSV-Neuzugänge bereits in der ersten Spielhälfte eingesetzt. Blazenko Lackovic (3:1, 7.) und Arne Niemeyer (9:8, 20.) erzielten ihre ersten Bundesligatreffer für den HSV. In einer ausgeglichenen Hamburger Mannschaft war Torsten Jansen mit drei Toren erfolgreichster Werfer in der ersten Halbzeit.
Johannes Bitter hält Sieg fest
Mit Beginn der zweiten Hälfte vertraute Martin Schwalb mit Marcin Lijewski auch auf seinen vierten Neuzugang, so dass die Fans in der Color Line Arena alle neuen Hamburger auf dem Feld zu sehen bekamen. Die Partie wogte hin und her und keines der Teams konnte sich absetzen. Gerade als der HSV nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Bertrand Gille in Unterzahl spielen musste, wandelten die Gastgeber einen 17:18-Rückstand (37.) in einen 19:18-Vorsprung um (40.). Als der französische Olympiasieger das Feld wieder betrat, kam er sofort in Ballbesitz und erzielte nach einem Tempogegenstoß das 20:18 (40.). Dieser Treffer bedeutete zugleich das 1000. Pflichtspieltor des Kreisläufers für den HSV Handball. Mit dem 21:18 trug sich dann auch Neuzugang Marcin Lijewski erstmals in die Torschützenliste ein (41.). Die Gäste aus Wetzlar indes erzielten Wetzlar zehn Minuten lang kein Tor, während der HSV seinen Vorsprung auf 25:18 ausbaute (47.). Sogar per Siebenmeter konnten die Gäste Johannes Bitter, der eine sehr gute Leistung mit insgesamt 22 Paraden zeigte, nicht überwinden. Erst scheiterte Michael Allendorf (47.), dann hatte Sven-Sören Christophersen das Nachsehen gegen den Nationalmannschaftskeeper (51.). Der HSV nutzte in dieser Phase jeden Fehler der HSG konsequent aus. Am Ende kam die HSG noch einmal auf, doch die Hamburger sicherten sich den 30:27-Sieg. Mit acht Treffern, darunter drei Siebenmetern, war Hans Lindberg erfolgreichster Torschütze der Partie.
HSV Hamburg:
Bitter (22/2 Paraden, 1.-60.); Sandström n.e.;
Lindberg 8/5, Jansen 6, B. Gille 4, Lackovic 3, G. Gille 3, K. Lijewski 2, M. Lijewski 2, Schröder 1, Niemeyer 1, Grundsten, Flohr, Grimm, Torgovanov n.e.
HSG Wetzlar:
N. Weber (14 Paraden, 1.-60.); Z. Djordjic (0 P., für zwei Siebenmeter eingewechselt);
Christophersen 6, Werum 5, Michel 4, Salzer 3, Allendorf 3, S. Weber 3, Smoler 2, Schmidt 1, Jungwirth, Mraz, P. Djordjic, Schneider, Chalkidis
Siebenmeter: 5/7 – 0/2 (Jansen wirft an den Pfosten, Lindberg scheitert an der Latte – Bitter hält gegen Allendorf, Bitter pariert gegen Christophersen)
Strafminuten: 3 – 4 (B. Gille 2x, Lackovic – Allendorf 2x, Chalkidis sowie gegen die HSG-Bank)
Spielfilm:
1:0 (2.), 2:0 (3.), 3:1 (7.), 4:1 (8.), 4:3 (10.), 5:4 (13.), 7:4 (16.), 8:5 (17.), 8:8 (19.), 10:8 (20.), 11:9 (23.), 11:12 (28.), 13:12 (29.), 13:13 (30.)
14:13 (31.), 16:15 (35.), 16:17 (36.), 17:18 (37.), 18:18 (38.), 25:18 (46.), 25:20 (48.), 27:20 (49.), 27:22 (51.), 29:22 (53.), 29:27 (59.), 30:27 (59.), 30:27 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „In der Anfangsphase haben wir gut gedeckt. Da waren die Jungs sehr engagiert. Dann haben wir die Ordnung verloren und waren auch bei den Gegenstößen nicht konsequent genug. Entscheidend ist, dass man sieht, dass die Mannschaft einen großen Willen hat. Sie hat dieses Spiel gewonnen, weil sie es unbedingt wollte. Zurzeit kommen wir über die individuelle Klasse. Das Zusammenspiel muss sich noch entwickeln. Phasen, in denen man das Potential sieht, sind noch zu kurz, aber jetzt geht es weiter. Wir haben heute zwei Punkte geholt, das ist einer mehr als in der letzten Saison. Ein besonderes Kompliment muss ich Marcin Lijewski machen, der sich unter Schmerzen in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Er hat das Sesambein gebrochen, einen Knochen im Zehgelenk.“
Volker Mudrow (Trainer HSG Wetzlar): „Letztendlich war es ein verdienter Sieg für den HSV. Aber es lag viel an uns selbst, dass wir verloren haben. Der HSV hat eine gut besetzte Mannschaft, aber wir haben verloren, weil wir in der zweiten Hälfte eine zehn minütige Tiefschlafphase hatten. Wir haben zwei Siebenmeter verworfen und unsere Tempogegenstöße nicht gut genutzt, und deswegen bin ich sauer. Früher hätte man sich gefreut, wenn man hier nicht mit zehn Toren Unterschied verliert. Trotz der Niederlage muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen, weil wir in der ersten Halbzeit sehr gut dagegen gehalten haben.“
Arne Niemeyer (Spieler HSV Hamburg): „Das Einlaufen war geil. Ein bisschen war ich schon nervös. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und die Punkte hiergeblieben sind. Das Spiel war so schwer wie erwartet.“
Marcin Lijewski (Spieler HSV): „Ich freu mich, dass ich überhaupt spielen konnte. Ich hatte gedacht, dass es leichter werden würde. Wetzlar hat sich teuer verkauft. Wir werden uns in den nächsten Wochen steigern.“
Notizen zum Spiel:
- Andreas Rudolph, Präsident des HSV Handball, und Aufsichtsrats-Vorsitzender Rüdiger Heß ehrten vor der Partie die Olympiasieger im Team des HSV, Guillaume und Bertrand Gille.
- Die Hamburger Hockey-Olympiasieger Carlos Nevado und Philip Witte vom Uhlenhorster HC wurden vor dem Anpfiff durch HSV Handball-Geschäftsführer Piet Krebs für ihren Triumph in Peking beglückwünscht.
- Vor der Partie stellte die Band „Mister Macho Y Los Muchos Macho Muchachos“ live vor dem Fanblock U11 die neue HSV Handball-Hymne „Unser HSV“ vor.
- Platin-Partner Sharp Microelectronics Europe stattete die Fans in der Color Line Arena mit Fanklatschen aus, die für mächtig Stimmung in der Halle sorgten.
- Bertrand Gille erzielte mit dem 20:18 in der 40. Minute sein 1000. Pflichtspieltreffer für den HSV Handball.