Wenn man ein Wort suchen müsste, um ihn zu beschreiben, man käme wohl zuerst auf den Begriff „Bescheidenheit“. Bjarte Myrhol, norwegischer Kreisläufer in Diensten der HSG Nordhorn, gibt sich stets zurückhaltend. Seit Sommer 2006 lebt der 62-fache norwegische Nationalspieler mit seiner Freundin Charlotte in Nordhorn und fühlt sich richtig wohl. Es gibt nur eine Situation, in der der 26-Jährige jegliche Zurücknahme vermissen lässt. Immer dann, wenn er mit seinen Kollegen von der HSG auf dem Spielfeld steht. Arnulf Beckmann unterhielt sich mit ihm.
Sie haben einmal gesagt, Sie seien ein Spieler, der nicht im Fokus stehe. Gegenwärtig sieht das aber anders aus, oder?
Myrhol: Ach, was. Ich bin noch immer der gleiche Typ, der ich war, als ich nach Nordhorn kam. Ich möchte, dass der Fokus ganz klar auf dem Team liegt. Und auf unsere Leistung als Mannschaft. Das allein zählt.
Aber zurzeit sind Sie mit 44 Treffern in fünf Ligaspielen der erfolgreichste Werfer Ihres Teams.
Myrhol: Das ist sicher schön. Und das ist es auch, wofür du kämpfst – in jeder Trainingseinheit und in jedem Spiel. Ich genieße es gerade sehr, dass es so gut läuft.
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Klingt fast so, als wenn es Ihnen gefalle, immer über die komplette Distanz zu gehen.
Myrhol: Das ist auch so. In meiner Zeit in Norwegen habe ich regelmäßig die Spiele komplett bestritten. Später in Veszprem und heute in Nordhorn wird eben gewechselt. Da kommt es manchmal vor, dass du nicht richtig in ein Spiel hineinfindest. Grundsätzlich funktioniert unser Wechselspiel sehr gut, aber wenn du 60 Minuten spielst, entwickelst du ein besseres Gefühl für ein Match. Am vergangenen Wochenende gegen Kiel habe ich in den ersten 15 Minuten einmal verworfen und zwei technische Fehler gemacht. Wenn du dann ausgewechselt wirst, hast du ein ganz schlechtes Gefühl.
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Sie gelten darüber hinaus als einer der wichtigsten Spieler in der Defensive der HSG Nordhorn.
Myrhol: Das Abwehrspiel ist für mich nicht neu, aber ob ich deshalb besonders wichtig bin, weiß ich nicht. Alle, die für die HSG spielen, sind wichtig. In der Defensive tun wir uns in dieser Saison noch ein wenig schwer. Wir haben Daniel Kubes verloren und mit Tobias Karlsson einen neuen Abwehchef bekommen. Das braucht ganz einfach seine Zeit. Im Moment lastet viel Druck auf der Abwehr. Wir müssen das noch stärker trainieren, um an die Form des Vorjahres anknüpfen zu können.
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Was macht denn mehr Spaß: Tore werfen oder Tore verhindern?
Myrhol: Es ist natürlich immer schön, Tore zu werfen. Aber andererseits gibt es dir auch ein gutes Gefühl, wenn die Defensivarbeit super läuft. Ich kann Gott sei Dank beides und versuche vorne und hinten meinen Teil zum Mannschaftserfolg beizutragen.
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Sie leben nun seit über zwei Jahren in Nordhorn. Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Wahlheimat?
Myrhol: Ich will es so sagen: Ich bin in Oslo groß geworden, habe aber später in einer norwegischen Kleinstadt gelebt. Ich finde grundsätzlich kleine, überschaubare Städte viel besser als die großen Cities dieser Welt. Die Leute – gerade in Nordhorn – sind unglaublich freundlich, und es macht Spaß, Menschen in der Stadt zu treffen und mit denen zu plaudern.
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Bjarte Myrhol in Zahlen:
Rückennummer: 8
Geboren: 29.05.1982
Nationalität: Norweger
Position: Kreis
Größe: 1,90 Meter
Gewicht: 101 Kilo
BL-Spiele 08/09 5
BL-Tore 08/09 44/0
BL-Spiele gesamt 58
BL-Tore gesamt 220/0
In Nordhorn seit: 2006