Im heutigen Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga hatte der Wilhelmshavener HV TuS Nettelstedt- Lübbecke zu Gast. Dabei hatte der WHV vor 1.823 Zuschauern durchaus die Möglichkeit zum doppelten Punktgewinn, jedoch führten zu viele technische Fehler zur am Ende dann sicherlich verdienten 26:29 Niederlage.
Zu Beginn der Partie agierten auf Seiten des WHV Fabian Hesslein, Rene Drechsler (der im Angriff mit Johan Andersson wechselte), Lasse Arvidsson, Gustaf Samuelsson, Johannes Krause und Christian Köhrmann. Im Tor stand Bastian Rutschmann.
Beim TuS stellten sich den gegenüber Thomas Schibschid, Michal Jurecki, Oliver Tesch, Luka Dobelsek, Thorir Olafsson und Michele Skatar. Im Tor stand der gute Björn Buhrmester.
Der WHV erwischte, ähnlich wie in Altenholz, einen klassischen Fehlstart. So scheiterte man schon am Anfang zu oft an der kompakten und aggressiven 6:0 Abwehr der Gäste, die sogleich die Fehlwürfe mit eigenen Toren bestraften. So zog man mit 0:3 nach zwei Minuten davon. Auch in den folgenden Minuten sollte sich hieran zunächst nichts ändern. So hatte der WHV- Angriff massive Probleme ins Spiel zu kommen, wobei der TuS durch sein aggressives Abwehrspiel auch das Tempo aus dem WHV- Angriffsspiel nahm. Somit musste der WHV um jedes Tor hart kämpfen. Der TuS kam dagegen in dieser Phase immer wieder zu leichten Toren aus dem Rückraum bzw. vom Kreis, was an der nicht gut organisierten WHV- Abwehr lag, die immer wieder Löcher offenbarte. Somit blieb es bis zur 12. Minute bei einer 5:8 Führung des TuS. Dank weiterer Fehler im Angriff unseres Teams und eines zudem starken haltenden Björn Buhrmester konnte Nettelstedt sogar den Vorsprung trotz einer 4:2 Abwehrformation des WHV und einem Torwartwechsel (Eilts für Rutschmann) bis zur 21. Minute auf 8:13 ausbauen. Nun jedoch ging ein Ruck durch das Team des WHV. So funktionierte in der Folge die 4:2 Abwehr, wodurch der WHV zu Ballgewinnen kam. So verkürzte man bis zur 23. Minute durch Christian Köhrmann auf 10:13. Eine Minute später sollte dann die Halle toben, als Holger Eilts einen Siebenmeter von Tim Remer entschärfte. Im Sog dieser Euphorie sollte dann auch das schönste Tor des Spieles fallen. So spielte in der 25. Minute Michael Binder von Linksaußen Johan Andersson an, der von halb rechts kommend per Kempa-Trick das 11:13 besorgte, was die Stimmung in der Halle noch weiter anheizte. Bis zur Halbzeit verkürzte der WHV noch auf 12:13, wobei 10 Sekunden vor der Halbzeitpause ein Stürmerfoul von Gustaf Samuelsson den möglichen WHV- Ausgleich stoppte. Somit war der WHV zurück in einer von Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie, die bis zur 20. Minute vom TuS bestimmt wurde.
Den Elan aus der ersten Halbzeit konnte der WHV auch gleich in der zweiten Halbzeit weiter nutzen. So sorgte Johan Andersson 44 Sekunden nach Beginn für den WHV- Ausgleich zum 13:13. Bis zur 36. Minute blieb die Partie ausgeglichen (17:17), ehe dem TuS nun die erste kleine Vorentscheidung in der Partie gelang. So nutzten die Mannen um Patrik Liljestrand eine drei Minuten Schwächephase des WHV eiskalt aus, um sich angetrieben von Luka Dobelsek und Michele Skatar mit drei Toren abzusetzen (17:20). So unterliefen dem WHV in dieser Phase einige technische Fehler, wobei es leider nicht die einzigen bleiben sollten. Dank dieser Fehler setzte sich nämlich der TuS bis zur 46. Minute wieder mit vier Toren ab (19:23), wobei Tim Remer per Tempogegenstoß und Michal Jurecki frei aus dem Rückraum diese Fehler bestraften. Jedoch kämpfte sich der WHV wieder zurück in die Partie. Zwar kam man bis auf 21:23 heran, aber in dieser Phase konnte man eine 6:4 Überzahl nur mit 1:0 gewinnen. Zudem verschenkte man leicht Bälle durch Abspiel- und Schrittfehler bzw. durch Stürmerfouls, so dass ein möglicher Ausgleich nicht fiel. Im Gegenteil zog der TuS nun entscheidend dank der Treffer von Tim Remer und Michele Skatar von der 50.-57. Minute von 21:24 auf 23:29 davon. Am Ende nutzte dann der WHV erstmals eine 2 Minute Strafe des TUS entscheidend aus und gewann diese mit 3:0, wodurch man aber nur noch verkürzen konnte. Am Ende stand dann eine 26:29 Niederlage. Es war sicherlich heute mehr drin, aber die Vielzahl von technischen Fehlern (in der 2. Halbzeit geschätzte 12 Fehler) sollte am Ende dann doch den Ausschlag für den sicherlich verdienten TuS-Sieg geben.
Stimmen zum Spiel:
Patrik Liljestrand (Trainer TuS Nettelstedt-Lübbecke): Vielen Dank für die Glückwünsche sowohl zum Sieg am Dienstag als auch heute. Unsere Spieler wussten, dass uns heute ein schweres Spiel erwartet. So hat der WHV ein junges und starkes Team. Der WHV hat es uns heute lange Zeit schwer gemacht. So war die Partie bis zur 50. Minute eng, wobei dann uns der WHV durch seine technischen Fehler mit zum Sieg verholfen hat. Die Partie war nach dem Dienstagspiel heute für uns sehr schwer, was jedoch keine Entschuldigung für den knappen 1 Tore Vorsprung zur Halbzeit war. So waren sowohl unsere als auch die WHV-Spieler in der gesamten Partie gut dabei und zudem haben wir heute ein Aufeinandertreffen von zwei körperlich starken Mannschaften gesehen. So hat der WHV bis zur 50 Minute gut mitgehalten. Am Ende haben wir unser Ziel erreicht und die Partie gewonnen.
Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Ich möchte zunächst dem TuS gratulieren. Heute sind zwei Mannschaften aufeinander getroffen, die beide im oberen Tabellendrittel mitspielen. Dabei sind wir heute zudem auf den Topfavoriten der Saison getroffen. Wir hatten uns heute viel vorgenommen und wollten über die Abwehr das Spiel gewinnen. So hatten wir uns als Ziel gesetzt, die linke Seite des TuS auszuschalten, was uns auch gut gelungen ist. Dabei haben wir dann gedacht, dass über die rechte Seite nicht so viele Tore fallen. Dieses war jedoch heute mit insgesamt 12 Treffern von dieser Seite nicht der Fall, so dass wir es nicht geschafft haben, auch diese Seite auszuschalten. Man kann nun diskutieren, dass wir zu viele Bälle weggeworfen haben. Jedoch ist dieses gerade bei unserem Angriffsspiel, welches wir mit hohem Risiko spielen, nun einmal eine Gefahr. Heute hat zudem der TuS 2-3 Spieler gehabt, die trotz Bedrängnis noch zum Tor gezogen sind und für Treffer gesorgt haben. Diese Spieler haben wir leider noch nicht in unseren Reihen. Ein wenig sauer bin ich darüber, dass wir in einfachen Situationen immer den Kreis angespielt haben, anstatt länger auszuspielen und sich durch Kreuzen bessere Chancen zu erspielen. Dieses war sehr ärgerlich, denn heute wäre mehr drin gewesen. Trotzdem bin ich auch heute zufrieden. So hat die Mannschaft heute alles gegeben und dieses auch unseren Zuschauern gezeigt. Wir müssen körperlich stärker werden, damit wir beim nächsten Aufeinandertreffen gegen den TuS dann mehr dagegen halten können.
Wilhelmshavener HV : TuS Nettelstedt-Lübbecke 26:29 (12:13)
WHV:
Rutschmann (1.-13.), Eilts (14.-60. / 11 Paraden)
Andersson 7, Samuelsson 7/3, Binder 5, Köhrmann 3, Hesslein 1, Kelm 1, Drechsler 1, Krause 1, Arvidsson, Padeken (n.e.), Staszewski (n.e.)
Nettelstedt-Lübbecke:
Buhrmester (1.-30. / 9 Paraden), Blazicko (30.-60. / 5 Paraden)
Skatar 7, Olafson 5/1, Jurecki 5, Tesch 4/2, Dobelsek 3, Remer 3, Schibschid 2, Siodmiak, Wiese, Hildebrand (n.e.), Kokir (n.e.)
Zuschauer: 1823
Schiedsrichter: Methe/Methe
Strafminuten: 4 (Arvidsson zweimal)/14 (Siodmiak (zweimal), Tesch (zweimal), Olafsson (zweimal) und Remer)
Siebenmeter: 3/3 – 5/3 (Olafsson wirft neben das Tor, Remer scheitert an Eilts)