22:29 (14:12)-Niederlage beim Deutschen Meister
Im Nordderby in der TOYOTA Handball-Bundesliga unterliegt der HSV Handball beim THW Kiel 22:29 (14:12). Vor 10.250 Zuschauern in der Kieler Sparkassen-Arena entwickelte sich während der ersten Halbzeit ein spannendes Spiel, in dem die Hamburger zur Pause führten. Im umkämpften zweiten Durchgang scheiterten die Gäste immer wieder an THW-Keeper Thierry Omeyer und gerieten ins Hintertreffen. Nach einer Roten Karte gegen Krzysztof Lijewski bauten die Gastgeber ihre Führung weiter aus. Beste Werfer des Spiels waren die Kieler Filip Jicha und Vid Kavticnik mit jeweils sechs Toren. Für den HSV Handball trafen Torsten Jansen und Hans Lindberg je viermal.
Hamburger Führung zur Halbzeit
Im Nordderby gegen den THW Kiel brauchte der HSV Handball vor 10.250 Zuschauern in der Kieler Sparkassen-Arena einige Minuten, um zu seinem Spiel zu finden. Leichte Ballverluste begünstigten das schnelle Spiel der Kieler, die binnen zehn Minuten auf 5:2 davonzogen. HSV-Coach Martin Schwalb nahm daraufhin in der zehnten Minute eine Auszeit. Die so neu eingestellten Hamburger nutzten in der Folge zwei Kieler Ballverluste zu schnellen Toren und verkürzten den Rückstand (4:5, 11. Minute). Bereits in der 12. Minute erhielt Bertrand Gille seine zweite Zeitstrafe durch die Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe. Die folgende Überzahl nutzten die Kieler zum 7:5 (14.). Der HSV spielte nun jedoch besser und konnte in der 18. Minute durch Hans Lindberg per Siebenmeter das 7:7 und somit den ersten Ausgleich seit dem 1:1 erzielen. Die Gäste zeigten nun besonders in der Defensive eine starke Leistung und gerieten dennoch erneut ins Hintertreffen (7:9, 19.). Wiederum war es jedoch Hans Lindberg, der per Siebenmeter für den erneuten 11:11-Ausgleich sorgte (27.). Kapitän Guillaume Gille besorgte in der 28. Minute die erste Führung für den HSV (12:11), und in der Schlusssekunde traf Blazenko Lackovic, so dass die Hamburger mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause gingen (14:12). Mit vier Treffern, davon drei per Siebenmeter, war Hans Lindberg erfolgreichster Hamburger Torschütze in der ersten Halbzeit.
Kiels Keeper Omeyer sichert seinem Team zwei Punkte
Die ersten Minuten der zweiten Spielhälfte wurden auf beiden Seiten von den Torhütern dominiert. Neben dem guten Johannes Bitter kam auch Per Sandström in die Partie und entschärfte gegen Vid Kavticnik bereits den zweiten Siebenmeter (33.). Die Hamburger Offensive scheiterte indes ein ums andere Mal am sehr gut aufgelegten Thierry Omeyer im Kieler Kasten: Der französische Olympiasieger zeigte insgesamt 20 Paraden. Die Mannschaften kämpften mit harten Bandagen und zeichneten sich besonders in der Defensive aus. Bis zur 40. Minute konnten die Gastgeber das Ergebnis drehen und gingen 18:17 in Führung. Zwei Minuten später sah Krzysztof Lijewski nach einem Foul an Nikola Karabatic die Rote Karte (42.). Trotz der Unterzahl erzielte Guillaume Gille die erneute Hamburger Führung (19:18, 42.). Mitte der zweiten Hälfte sorgten zahlreiche Zeitstrafen für viel Platz auf dem Feld. Auch Johannes Bitter kassierte nach einer unglücklichen Aktion gegen Vid Kavticnik eine Zwei-Minuten-Strafe (46.). Während der Unterzahl-Situationen verloren die Hamburger die Kontrolle über die Partie und der THW setzte sich ab (23:19, 49.). Als dann auch noch Thierry Omeyer einen Siebenmeter von Hans Lindberg parierte, kippte die Partie vollends. Über 24:20 (51.) und 27:21 (56.) baute der THW seine Führung bis zur letzten Minute auf 29:21 aus. Den Schlusspunkt besorgte Marcin Lijewski zum 22:29 aus Hamburger Sicht. Beste Werfer waren Kiels Filip Jicha und Vid Kavticnik mit jeweils sechs Toren. Für die Gäste aus Hamburg trafen Torsten Jansen und Hans Lindberg je viermal.
THW Kiel:
Omeyer (20/1 Paraden, 1.-60.); Palicka (für einen Siebenmeter eingewechselt);
Jicha 6/1. Kavticnik 6, Karabatic 5/1, Klein 4, Lövgren 3/1, Andersson 2, Ahlm 2, Zeitz 1, Lund, Lundström n.e., Anic n.e.
HSV Hamburg:
Bitter (12/1 P., 1.-46., 48-60.); Sandström (2/2 P., 46.-48. und bei drei Siebenmetern);
Lindberg 4/3, Jansen 4, Lackovic 3, G. Gille 3, K. Lijewski 3, M. Lijewski 3, B. Gille 1, Grundsten 1, Schröder, Niemeyer, Flohr, Grimm n.e., Torgovanov n.e.
Siebenmeter: 3/7 – 3/4 (Sandström pariert gegen Lövgren, Sandström hält gegen Kavticnik, Bitter pariert gegen Lövgren, Karabatic wirft am Tor vorbei – Lindberg scheitert an Omeyer)
Strafminuten: 5 – 5 (Karabatic 2x, Jicha 2x, Lövgren – B. Gille 2x, G. Gille, Bitter, Lindberg)
Rote Karte: K. Lijewski (HSV, 42., Foulspiel)
Spielfilm:
1:0 (1.), 1:1 (2.), 3:1 (5.), 3:2 (6.), 5:2 (9.), 5:4 (11.), 6:5 (13.), 7:6 (16.), 7:7 (18.), 9:7 (19.), 10:8 (23.), 11:9 (24.), 11:11 (27.), 11:13 (29.), 12:14 (30.)
13:14 (32.), 13:15 (33.), 15:15 (35.), 17:15 (38.), 17:17 (39.), 18:18 (40.) 19:19 (43.), 21:19 (47.), 24:19 (51.), 24:20 (51.), 25:21 (52.), 27:21 (56.), 29:21 (60.), 29:22 (60.)
Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Zum Schluss fiel der Sieg zu hoch aus. In der ersten Hälfte haben wir uns über die Abwehr sehr gut ins Spiel gekämpft. Im zweiten Abschnitt hatten wir dann Probleme mit der Rückwärtsbewegung und haben ein paar leichte Tore kassiert, aber das kann passieren. Die entscheidenden Faktoren waren die Rote Karte gegen Krzysztof Lijewski, den ich bis dahin sehr gut fand. Die Herausstellung hat uns sehr weh getan. Und zweitens kam Thierry Omeyer wie verwandelt aus der Kabine. Er hat uns den Zahn gezogen. Manche meiner Spieler haben sich kaum noch etwas zugetraut, weil er so gut hielt. Wir haben gesehen, dass wir lange Zeit auf hohem Niveau spielen können. Aber wir haben auch gesehen, was noch fehlt. Wir freuen uns jetzt auf das Rückspiel.“
Alfred Gislason (Trainer THW Kiel): „In der ersten Viertelstunde hätten wir die Chance gehabt, auch höher zu führen. Wir hatten dann Probleme mit Johannes Bitter, der gut gehalten hat. Außerdem haben wir viele leichte Gegentore eingefangen. In der zweiten Hälfte war die Abwehr aggressiver und beweglicher. Auch die Vorwärtsbewegung war besser als zuvor. Wir haben trotz einiger Ballverluste ein Spiel von zwei Weltklasse-Mannschaften auf hohem Niveau gesehen. Ich bin stolz darauf, wie sich meine Jungs in der zweiten Hälfte präsentiert haben.
Johannes Bitter (Torhüter HSV Hamburg): „Die Rote Karte gegen Krzysztof und meine Zeitstrafe haben uns aus dem Tritt gebracht. Zudem hat Thierry Omeyer das Tor zugenagelt. Wir haben dann versucht, aus unmöglichen Situationen zu werfen, was dem THW sehr geholfen hat.“
Marcin Lijewski (Rückraumspieler HSV Hamburg): „In der ersten Hälfte waren wir super, in der zweiten dann nicht mehr. Wenn man ein Spiel gewinnen will, muss man über 60 Minuten das Niveau halten.“
Christian Fitzek (Sportlicher Leiter HSV Hamburg): „Bis zum 19:19 waren wir sehr gut. Die letzten zehn Minuten haben mir nicht gefallen. Darüber werden wir reden müssen. Wir haben uns in den letzten Wochen erheblich gesteigert und werden noch zu unseren Erfolgen kommen.“