Spannende erste Halbzeit endet mit HSV-Führung
9.715 Fans waren in die Color Line Arena gekommen, um die Neuauflage des DHB-Pokal-Halbfinales zu sehen. Die Gastgeber wollten dabei nicht nur ein anderes Ergebnis als vor zehn Tagen einfahren, sondern mit zwei Punkten auch einen großen Schritt in Richtung Champions League-Qualifikation tun. Dementsprechend konzentriert begann die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb. Per Sandström parierte gleich den ersten Siebenmeter (4. Minute). Das 5:2 (9.) konnte der VfL Gummersbach jedoch ebenso egalisieren (5:5, 13.) wie später das Hamburger 10:8 (20.). Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff stand in einer spannenden Partie ein 11:11 zu Buche. Zwei Überzahl-Situationen in Folge nutzte der HSV Handball jedoch, um sich bis zur Pause erstmals mit vier Treffern abzusetzen. Mit 15:11 ging das Schwalb-Team in die Halbzeit. „Martin Schwalb“-Sprechchöre nach Hamburger Sieg
Ebenfalls in Überzahl konnte der HSV seinen Vorsprung zu Beginn der zweiten Hälfte schnell auf 18:11 ausbauen (32.). Nur zwei Minuten später eine heikle Situation aus Hamburger Sicht: Nach zwei Zeitstrafen und einem zusätzlichen Wechselfehler waren lediglich noch drei HSV-Feldspieler auf dem Platz. Die Gastgeber überstanden die dreifache Unterzahl jedoch, ohne die Führung nennenswert einzubüßen. Pascal Hens gelang sogar der 1000. Hamburger HBL-Treffer der laufenden Spielzeit zum 20:14 (38.). Mitte der zweiten Halbzeit sah Geoffroy Krantz nach seiner dritten Zeitstrafe die rote Karte. Die anschließende Überzahl nutzte der HSV Handball, um erstmals eine Acht-Tore-Führung vorzulegen: Das 25:17 war bereits die Vorentscheidung (46.) einer abwechslungsreichen Partie. Der HSV Handball gewann das Spiel am Ende mit 32:24 und hatte in Hans Lindberg zudem den besten Werfer in seinen Reihen. Dem Dänen gelangen acht Treffer, darunter sechs Siebenmeter. Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans das Team und seinen Trainer mit anhaltenden „Martin Schwalb“-Sprechchören. HSV Hamburg: Sandström (9/1 Paraden, 1.-35.); Bitter (7/2 P., 35.-60.);
Lindberg 8/6, Hens 6, G. Gille 5, Schröder 3, M. Lijewski 3, Jansen 2, Flohr 2, B. Gille 1, K. Lijewski 1, Grundsten 1, Grimm, Niemeyer VfL Gummersbach: Stojanovic (19/1 P., 1.-60.); Fazekas (für einen Siebenmeter eingewechselt);
Pfahl 7/2, Zrnic 3/1, Lützelberger 3, Alvanos 3, Wagner 2/1, Vukovic 2, Ilic 2, Gunnarsson 2, Krantz, Rahmel, Tuzolana, Jahn n.e., Eisenkrätzer n.e. Siebenmeter: 6/7 – 4/7 (Lindberg vergibt gegen Stojanovic – Sandström pariert gegen Ilic, Bitter pariert gegen Zrnic, Bitter bleibt Sieger gegen Pfahl) Zeitstrafen: 6 – 6 (G. Gille 2x, Schröder, Sandström, Hens, Grundsten – Krantz 3x, Wagner, Gunnarsson, Lützelberger) Rote Karte: Krantz (VfL, 46., dritte Zeitstrafe) Schiedsrichter: Ralf Damian / Frank Wenz (Bingen/Mainz) Spielfilm: 1:0 (3.), 2:0 (4.), 2:1 (5.), 3:2 (7.), 5:2 (9.), 5:5 (13.), 8:8 (18.), 10:8 (20.), 10:10 (24.), 11:11 (25.), 15:11 (30.) – 16:11 (31.), 18:11 (32.), 19:12 (34.), 19:14 (35.), 20:15 (39.), 22:15 (42.), 24:17 (46.), 25:17 (46.), 27:19 (53.), 28:19 (54.), 29:20 (55.), 29:22 (57.), 31:24 (60.), 32:24 (60.) Stimmen zum Spiel:
Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg): „Wir haben heute deutlich gezeigt, was in uns steckt. Natürlich war das Final Four noch in den Köpfen, wir wollten dies aber in Motivation umsetzen, was uns auch gut gelungen ist. In den letzten Tagen ist hier viel Positives passiert. Die Mannschaft war ohnehin schon eine verschworene Gemeinschaft, ist aber jetzt noch enger zusammen gerückt. In der ersten Halbzeit waren noch ein paar Fehler dabei, die zweite war besser.“ Martin Schwalb zu den Sprechchören der Fans: „Ich habe mich darüber riesig gefreut, das tat richtig gut. Danke an die Fans dafür. Ich musste danach raus gehen, bevor noch irgendetwas anderes passiert. Aber das ging sicherlich nicht nur an mich, sondern an die ganze Mannschaft. Man merkt wie die Fans dieses Team in ihr Herz geschlossen haben.“ Johannes Bitter (Torhüter HSV Handball): „Das Halbfinale hatten wir natürlich noch im Kopf, aber auch nicht all zu sehr. Das hätte nur negative Folgen für unser Spiel gehabt. Wir haben schnell in die Spur gefunden und hatten noch mehr Feuer als in Minden. Aber vor den eigenen Fans und mit der tollen Stimmung war das keine Überraschung. Die nötige Aggressivität war da, wir haben uns nicht beirren lassen und den Faden das ganze Spiel nicht verloren.“ Sead Hasanefendic (Trainer VfL Gummersbach): „Das, was wir erwartet haben, haben wir auch bekommen: Der HSV war top motiviert. In unserer Situation haben wir schon überlegt, ob wir einige Spieler im Hinblick auf das Finale schonen könnten. Aber da Hamburg die Revanche für das Final Four wollte, haben wir uns dagegen entschieden und alles gegeben. Wir haben aber schon einen schlechten Start gehabt, das gab dem Spiel seine Richtung.“ |
|