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By: jhollaender (jhollaender) 2009.05.30

Erstaunlich jedenfalls war die Moral der Mannschaft, die schon nach wenigen Minuten nach Spielende erste Trotzreaktionen zeigte und den Spaniern für das Rückspiel einen ganz heißen Tanz in Aussicht stellte. „wenn du Europacup-Sieger werden willst”, sagte Linksaußen Goran Sprem, „dann musst du eben auch mal auswärts eine starke Mannschaft schlagen. Wobei der HSG im Rückspiel sogar ein Unentschieden reichen würde. „Wir haben mit einem Tor gewonnen”, sagte Weinhold, „das ist doch erst mal positiv.”

Schwer genug wird es, den zweiten europäischen Titel nach dem Gewinn des EHF-Cup im vergangenen Jahr einzufahren. Immerhin zählt BM Valladolid in diesem Jahr zu den Top-Drei-Klubs der spanischen Liga. Der wohl namhafteste Protagonist in Reihen des spanischen Gegners sitzt auf der Bank und heißt Juan Carlos Pastor. Der soeben 41 Jahre alt gewordene Pastor trainiert das Team von Valladolid bereits seit 1995 und darf damit als der Otto Rehagel des spanischen Handballs bezeichnet werden. Allerdings war er nicht ganz so erfolgreich wie sein Bremer Kollege aus dem Fußballerumfeld. Pastor und Valladolid warten auch im 34. Jahr seit Gründung des Vereins weiterhin auf den ersten nationalen Meistertitel. Allerdings gelang dem Klub 2005 und 2006 der Gewinn der Copa del Rey, einem unseren Pokal vergleichbaren Wettbewerb. Schon zweimal führte Pastor sein Team auch ins Finale um den Europacup der Pokalsieger, doch 2004 unterlagen die Spanier gegen den Ligakonkurrenten SDC San Antonio, 2006 verlor Valladolid gegen den russischen Vertreter Medwedi Tschechow, der zuvor im Halbfinale die HSG Nordhorn bezwungen hatte.

Einen Vorteil haben die Grafschafter jedoch. Zwar erreichte die HSG bislang erst ein einziges Mal ein europäisches Finale, während die Spanier insgesamt vier Endspiele austrugen – 1999 spielten sie im EHF-Cup gegen Kiel, 2000 im City Cup gegen Großwallstadt. Doch anders als der Gegner, der in allen vier Finals verlor, gelang den Nordhornern auf Anhieb der große Wurf. Auch das macht trotz des personellen Aderlasses in der Rückrunde, als Holger Glandorf, Erlend Mamelund und Peter Kukucka den Verein verließen, viel Mut für das Rückspiel, das am Samstag vor 6.200 Besuchern – darunter rund hundert aus Nordhorn – ausgetragen wird.

Der Europacup der Pokalsieger im Überblick
Halbfinale
Hinspiele

Kadetten Schaffhausen – HSG Nordhorn-Lingen 28:30 (13:13)
Amicitia Zürich – CBM Valladolid 35:31 (17:15)
Rückspiele
HSG Nordhorn-Lingen – Kadetten Schaffhausen 34:29 (15:12)
CBM Valladolid – Amicitia Zürich 33:27 (17:12)

Das Finale im Überblick:
Hinspiel

HSG Nordhorn-Lingen – CBM Valladolid 31:30 (20:17)
Rückspiel
30. Mai, 17.30 Uhr: CBM Valladolid – HSG Nordhorn-Lingen

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